Mercedes G-Klasse 2018: Ausstattung, Interieur, Motoren

Mercedes-Benz G-Klasse 2018 W464

Endlich: Auf der NAIAS 2018 in Detroit feiert die Mercedes G-Klasse 2018 Premiere. Auf den ersten Blick scheint am W464 nicht viel neu. Doch die Neuauflage des legendären Offroaders ist größer und deutlich moderner.

„Eine Ikone erfindet sich neu“

titelt Mercedes-Benz vollmundig zur Premiere der neuen G-Klasse W464 – und hat damit voll und ganz recht. Doch das Wichtigste: Der neue „G“ bleibt ein „G“, wie Daimler-Vorstand Ola Källenius verspricht. Ihrer Devise bleibt die G-Klasse tatsächlich treu. Seit 1979 gab es nur kleinere Änderungen. Und auch die 2018er G-Klasse folgt diesem Motto. Typische Details behält die neue Generation. Zum Beispiel die markanten Türgriffe, das Ersatzrad an der Hecktür, die auffälligen Blinker, die außen liegenden Türscharniere, die aufliegende Motorhaube. Doch der erste Schein trügt. Die neue G-Klasse ist 53 mm länger und sogar 121 mm breiter. Radläufe und Stoßfänger sind stärker in die Karosserie integriert.

Mercedes G-Klasse 2018: Noch mehr Offroader

Wobei am W464 weniger Optik oder Maße im Fokus standen. Sondern die Qualität der Fahreigenschaften onroad ebenso wie (und wohl vor allem) offroad. Tatsächlich garantiert Mercedes-Benz, dass die neue G-Klasse W464 noch leistungsfähiger im Gelände ist. Sowie agiler und dynamischer auf der Straße. In Serie bleibt es übrigens beim Leiterrahmen. Sowie gleich drei Differentialsperren (zu 100 Prozent) und der Low Range Geländeuntersetzung. Außerdem sind die Achsen – vorn Einzelradaufhängung und Doppelquerlenker, hinten starr – höhergelegt. Das bringt noch mal mehr Bodenfreiheit. Und zwar 270 mm.

Apropos Zahlen. Diese sprechen wohl für sich bzw. die G-Klasse…

  • Bodenfreiheit: + 6 mm zwischen den Achsen (24,1 cm)
  • Steigfähigkeit: bis zu 100 % bei entsprechendem Untergrund
  • Watttiefe: 70 cm bei Wasser- und Schlamm (+ 10 cm)
  • Schräglage: 35 Grad (+ 7 Grad)
  • Böschungswinkel vorn: 31 Grad (+1 Grad)
  • Böschungswinkel hinten: 30 Grad
  • Rampenwinkel: 26 Grad (+ 1 Grad)

Auf dem 1.445 m hohen Hausberg „Schöckl“ bei Graz konnte (und musste) sich der neue G jedenfalls schon beweisen. Davon ab bietet der neue Offroader bis zu fünf Fahrmodi: Comfort, Sport, Individual und Eco. Diese stimmen je nach Bedarf Motor, Getriebe, Fahrwerk, Lenkung und Assistent auf die Gegebenheiten ab. In den Modi Sport und Comfort außerdem die Dämpfer. Ein Modus fehlt übrigens nicht: der neue „G-Mode“. Dieser wird quasi automatisch aktiviert, sowie eine der drei Differenzialsperren greift oder die Geländeuntersetzung Low Range eingelegt ist. Gas, Lenkung und Fahrwerk sind nun ganz auf offroad getrimmt. Schaltungen auf ein Minimum reduziert. Selbst starke Unebenheiten schluckt der G nun weg.

Für die neue Agilität auf der Straße sorgen wiederum gut 170 kg weniger Speck. Erreicht durch einen Mix aus festen, hochfesten und ultrahochfesten Stahl sowie Aluminium. Aus letzterem bestehen Türen, Motorhaube sowie Kotflügel.

Mercedes G-Klasse 2018: Interieur & Cockpit

Beim Interieur der G-Klasse setzt Mercedes wie gehabt auf geometrische Formen. Ebenfalls typisch: der Haltegriff vor dem Beifahrer. Sowie die in Chrom gehaltenen Schalter für die Differenzialsperren. Der Fahrer kann bequem das komplette Infotainment steuern, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Die Touch Controls am Lenkrad reagieren auf Wischbewegungen. Haptische Impulse geben ebenso wie die Lautsprecher eine Rückmeldung. Sprachsteuerung ist ebenfalls möglich.

Mercedes G-Klasse 2018 Interieur

Komplett neu ist zudem die Instrumententafel. In Serie mit analogen Tuben (Rohren) als Rundinstrumente. Auf Wunsch (sowie Aufpreis) virtuell wie in der neuen E- und S-Klasse. Dann mit großen Display für den Fahrer plus einem Zentraldisplay über der Mittelkonsole. Zwei jeweils 12,3 Zoll große Displays verschmelzen dabei unter einem Deckglas zu einem Widescreen. Dieser bietet drei Stile: Classic, Sport sowie Progressive. Außerdem zeigt die neue Mercedes G-Klasse 2018 Zierteile aus Holz, Metall oder Carbon sowie Ledersitze. Aus E- und S-Klasse stammt außerdem die Konnektivität. Samt WLAN Hotspot, Android Auto und Apple CarPlay (jeweils Aufpreis) oder Concierge-Service.

Überarbeitet ist auch das Angebot an Stauraum. Unter der Armauflage findet sich ein beleuchtetes Fach für die typischen Kleinigkeiten wie Kaugummi oder Taschentücher. Gegen Aufpreis ist hier eine kabellose Ladestation für Smartphones zu haben. Vor dem Touchpad gibt es zwei herausnehmbare Cupholder sowie eine Spontanablage. Die hinteren Türen verstauen ohne Problem eine 1,0-Liter-Flasche. Unterhaltung verspricht ein Burmester Soundsystem mit 16 Lautsprechern und einem Verstärker mit 590 Watt.

Mercedes G-Klasse 2018: Mehr Platz im Fond

Dank dem deutlichen Mehr an Breite wächst der Platz im Innenraum, besonders im Fond. Zuwächse nennt Daimler mit:

  • Beinraum vorn: + 38 mm
  • Beinraum hinten: + 150 mm
  • Schulterraum vorn: + 38 mm
  • Schulterraum hinten: + 27 mm
  • Ellenbogenbreite vorn : + 68 mm
  • Ellenbogenbreite hinten: + 56 mm

Die Rücksitze sind selbstredend umklappbar, zu 40, 60 sowie 100 Prozent. Zur Serie der neuen Mercedes G-Klasse 2018 zählen zudem etliche Komfortideen wie eine Memory-Funktion für den Fahrersitz, Sitzheizung vorn wie hinten oder Komfortkopfstützen vorn. Mehr Komfort bietet ein gegen Aufpreis erhältliches Aktiv-Multikontursitz-Paket. Samt Massage, Klima und schneller Sitzheizung. Sowie einer elektrisch einstellbaren Lordosenstütze für Fahrer und Beifahrer. Größere Türauschnitte erleichtern Ein- und Ausstieg.

Serie sind außerdem Lugano-Ledersitze in schwarz, nussbraun oder macchiatobeige. Als Option stehen die Pakete Exklusiv-Interieur sowie Exklusiv-Interieur Plus parat. Das Exklusiv-Interieur ist in sieben Farben verfügbar. Drei Ideen in edlem Nappa-Leder sowie drei designo-Varianten in platinweiß, yachtblau oder classicrot. Obendrein gehören ein schwarzer designo-Himmel in Microfaser sowie silberne Lüftungsdüsen zum Paket. Das Plus-Paket bietet darüber hinaus weitere Elemente in Nappa-Leder. Zum Beispiel für Türen, Mittelkonsole oder Polsterung. Dazu spendiert Mercedes eine dynamische Rautensteppung für die Sitze. Farblich stehen die designo-Töne schwarz, espressobraun und classicrot zur Wahl. Ganz neu ist ein durchweg helles Interieur in macchiatobeige. Für echte Offroad-Fans wohl nicht die erste bzw. gar keine Wahl.

Mercedes G-Klasse: Motoren und Preis

Unter Haube des neuen G werkelt vorerst allein ein V8 Benziner. Dieser leistet aus vier Litern via Biturbo 310 kW bzw. 442 PS. Außerdem 610 Nm. Dafür gönnt sich der Achtender seine 11,1 l/100 km (CO2: 263 g/km). Und zwar laut NEFZ, sprich in der grauen Theorie. Gepaart ist der V8 übrigens mit der neuen Wandler-Automatik 9G-Tronic, das speziell für die Offroad-Ikone abgestimmt ist. Kosten soll der G 500 107.040,50 Euro. Damit ist die neue G-Klasse W464 keine 350 Euro teurer als das alte Modell. Marktstart ist schließlich im Mai 2018.

Später dürften natürlich weitere Antriebe folgen. Möglich wäre zum Beispiel der neue Sechszylinder M 256 mit 367 und 435 Pferden aus der S-Klasse. Außerdem könnte ein Plug-in-Hybrid zum Einsatz kommen. Topmodelle dürften wiederum die (späteren) AMGler G 63 mit V8 (612 PS) und G 65 mit V12 (630 PS) bleiben. Apropos AMG: Ebenfalls zu haben ist eine AMG-Line. Sind die Sitze schwarz, gibt es rote Ziernähte auf den Sitzen, der Instrumententafel, Türen und Mittelkonsole. Dazu noch rote Gurte und ein unten abgeflachtes Lenkrad.

Bilder & Videos: Daimler

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